Hygiene in der Betreuung: Kleinigkeiten, die über die Gesundheit des Klienten entscheiden können

Wenn von Hygiene in der Betreuung die Rede ist, denken die meisten Menschen zuerst ans Händewaschen.

Das ist zwar sehr wichtig, aber Hygiene bedeutet weit mehr als nur Wasser und Seife.

Oft sind es gerade die kleinen Gewohnheiten im Alltag, die darüber entscheiden, ob wir die Gesundheit des Klienten schützen oder unbewusst Bakterien von einem Ort zum anderen übertragen.

Viele Hygienefehler entstehen nicht aus böser Absicht. Häufig passieren sie aus Gewohnheit, Unachtsamkeit oder weil man sich der möglichen Folgen nicht bewusst ist.

Deshalb lohnt es sich, diese Dinge von Zeit zu Zeit in Erinnerung zu rufen.

🧤 Handschuhe sind nicht dafür gedacht, den ganzen Tag getragen zu werden
Die Verwendung von Einweghandschuhen gehört zu den Grundlagen der Hygiene in der Betreuung.

Problematisch wird es jedoch, wenn dieselben Handschuhe für verschiedene Tätigkeiten verwendet werden.

Zum Beispiel:

🚽 Die Betreuungskraft reinigt die Toilette,

🗑️ bringt den Müll hinaus,

und hilft anschließend mit denselben Handschuhen dem Klienten bei der Körperpflege.

Vielleicht denkt sie:

„Ich berühre den Klienten ja nicht mit bloßen Händen.“

Doch Bakterien unterscheiden nicht zwischen Haut und Handschuhen.

Die Aufgabe von Handschuhen besteht nicht nur darin, die Betreuungskraft zu schützen. Sie sollen vor allem verhindern, dass Schmutz und Keime von einem Ort zum anderen übertragen werden.

Wenn wir mit einem Handschuh die Toilette berühren und anschließend die Haut des Klienten anfassen, übertragen wir alles, was sich auf dem Handschuh befindet.

Deshalb sollten Handschuhe nach verschmutzenden Tätigkeiten ausgezogen und bei der nächsten Tätigkeit durch neue ersetzt werden.

Das dauert nur wenige Sekunden, kann aber wesentlich zum Schutz der Gesundheit des Klienten beitragen.

🧼 Das schmutzigste Putztuch im Haus muss nicht das für die Toilette sein
Wenn man an einen schmutzigen Ort im Haushalt denkt, fällt den meisten Menschen zuerst die Toilette ein.

Überraschenderweise sind jedoch oft Putztücher, Schwämme und Reinigungstücher, die täglich verwendet werden, deutlich problematischer.

Manchmal wird dasselbe Putztuch im ganzen Haus eingesetzt.

Zuerst wird damit das Waschbecken im Badezimmer gereinigt, anschließend die Arbeitsplatte in der Küche und danach der Esstisch abgewischt.

Auf den ersten Blick wirkt alles sauber.

Doch Bakterien sind mit bloßem Auge nicht sichtbar.

Gerade ein Putztuch kann zum Transportmittel werden, das Keime von einem Bereich des Hauses in einen anderen trägt.

Ähnlich verhält es sich mit Spülschwämmen. Werden sie nicht regelmäßig gewechselt oder gründlich gereinigt, können sie zu einem idealen Nährboden für Bakterien werden.

🍽️ Die Küche verdient besondere Aufmerksamkeit
Die Küche ist der Ort, an dem Mahlzeiten zubereitet werden.

Deshalb sollten dort eigene Putztücher, Schwämme und Reinigungsutensilien verwendet werden, die nicht im Badezimmer oder an der Toilette zum Einsatz kommen.

Senioren leiden häufig unter einem geschwächten Immunsystem, Diabetes oder anderen Erkrankungen, die das Infektionsrisiko erhöhen.

Was einem gesunden Menschen keine Probleme bereitet, kann für einen älteren Menschen ernsthafte Folgen haben.

Besondere Aufmerksamkeit sollte auch der Zubereitung von Lebensmitteln gewidmet werden.

🥩 Rohes Fleisch sollte nicht auf demselben Schneidebrett geschnitten werden, auf dem anschließend Gemüse, Obst, Brot oder andere Lebensmittel verarbeitet werden, die direkt verzehrt werden.

Wenn nur ein Schneidebrett vorhanden ist, sollte es nach dem Schneiden von Fleisch gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden, bevor es erneut verwendet wird.

Dasselbe gilt für Messer, die zum Schneiden von rohem Fleisch benutzt wurden.

Auf rohem Fleisch können sich Bakterien befinden, die leicht auf andere Lebensmittel übertragen werden.

Idealerweise sollte man haben:

🚽 separate Reinigungsutensilien für die Toilette,

🛁 separate Reinigungsutensilien für das Badezimmer,

🍽️ separate Reinigungsutensilien für die Küche,

🔪 getrennte Schneidebretter für Fleisch und Gemüse.

Es sind einfache Maßnahmen, die das Risiko einer Keimübertragung deutlich reduzieren.

💛 Professionalität zeigt sich in den Details
Der Klient wird wahrscheinlich nicht bemerken, wie oft Sie im Laufe des Tages Ihre Handschuhe wechseln.

Er wird auch nicht sehen, mit welchem Putztuch Sie den Tisch gereinigt haben oder ob Sie getrennte Schneidebretter verwenden.

Genau diese Kleinigkeiten unterscheiden jedoch oft eine professionelle Betreuungskraft von jemandem, der Dinge einfach nur aus Gewohnheit erledigt.

Gute Betreuung bedeutet nicht nur, Medikamente zu reichen, bei der Körperpflege zu helfen oder den Haushalt zu führen.

Sie bedeutet auch, Verantwortung für die Gesundheit eines Menschen zu übernehmen, der Ihnen vertraut.

Und manchmal sind es gerade die kleinsten, auf den ersten Blick unsichtbaren Details, die den größten Beitrag zum Schutz des Klienten leisten.

💛 Denn Hygiene ist keine Formalität. Sie ist ein wichtiger Bestandteil einer guten und professionellen Betreuung.

 

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