Die Ernährung eines Seniors ist keine Nebensache: Warum eine Betreuerin nicht auf Fertigprodukte setzen sollte
Wenn eine Betreuerin in eine Familie kommt, kümmert sie sich nicht nur um die Körperpflege oder den Haushalt. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist auch die Zubereitung von Mahlzeiten.
Und gerade die Ernährung kann einen größeren Einfluss auf die Gesundheit eines Seniors haben, als vielen bewusst ist.
Viele Klienten leiden an Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Verdauungsproblemen. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, was täglich auf ihrem Teller landet.
Instant-Suppen, Fertiggerichte und verschiedene Halbfertigprodukte sparen zwar Zeit, enthalten aber oft:
zu viel Salz
zu viel Fett
Konservierungsstoffe
Geschmacksverstärker
Was für einen jungen Menschen vielleicht kein Problem darstellt, kann den Gesundheitszustand eines Seniors unnötig verschlechtern.
Eine gute Betreuerin muss keine Spitzenköchin sein. Sie muss weder aufwendige Menüs noch teure Spezialitäten zubereiten.
Oft reichen völlig aus:
Gemüsesuppe
gekochte Kartoffeln
Reis
gedünstetes Fleisch
frisches Gemüse
Obst
Wichtiger als komplizierte Rezepte sind frische Zutaten und eine Ernährung, die zum Gesundheitszustand des Klienten passt.
Gute Betreuung beginnt nicht erst bei den Medikamenten. Oft beginnt sie bereits in der Küche.
Sie wissen nicht, was Sie für den Klienten kochen sollen? Fragen Sie nach!
Nicht jeder Senior darf alles essen.
Ein Diabetiker braucht eine andere Ernährung als jemand mit Nierenerkrankungen. Wieder anders ist die Situation bei Menschen mit Schluckstörungen oder Mangelernährung.
Deshalb sollte sich eine Betreuerin niemals schämen, nachzufragen, wenn sie unsicher ist, welche Ernährung für den Klienten geeignet ist.
Wer kann helfen?
die Familie des Klienten
die Vermittlungsagentur
medizinisches Fachpersonal, sofern es in die Betreuung eingebunden ist
Viele Agenturen haben Erfahrung mit unterschiedlichen Krankheitsbildern und können geeignete Rezepte oder Ernährungsempfehlungen geben.
Es ist besser, einmal mehr nachzufragen, als über längere Zeit ungeeignete Mahlzeiten zuzubereiten.
Genauso wichtig sind auch die Einkäufe.
Beim Einkaufen sollten die Bedürfnisse des Klienten an erster Stelle stehen – nicht die Vorlieben der Betreuerin.
Sofern die Familie nichts anderes vereinbart hat, sollte verantwortungsvoll eingekauft werden und vor allem das, was der Klient tatsächlich benötigt.
Teure Spezialitäten, Luxusprodukte oder Lebensmittel, die der Klient gar nicht konsumiert, können unnötig zu Missverständnissen führen.
Eine gute Betreuerin denkt beim Einkaufen und Kochen immer auch an die Gesundheit ihres Klienten. Gerade diese kleinen täglichen Entscheidungen können seine Lebensqualität erheblich beeinflussen.
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