Wenn ein Mensch mit Demenz Hilfe ablehnt: Warum das passiert und wie man darauf reagieren kann

Wenn ein Mensch mit Demenz Hilfe ablehnt: Warum das passiert und wie man darauf reagieren kann
Eine der schwierigsten Situationen, mit denen Betreuungskräfte konfrontiert werden, ist die Ablehnung von Hilfe.

Der Klient möchte sich nicht waschen.

Er möchte sich nicht umziehen.

Er möchte seine Medikamente nicht einnehmen.

Er möchte nicht essen.

Und manchmal lehnt er sogar die Betreuungskraft selbst ab.

Viele Frauen nehmen das persönlich.

Sie haben das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.

Dass sie das Vertrauen des Klienten nicht gewinnen konnten.

Dass der Klient sie nicht mag.

Doch bei Demenz sieht die Realität oft ganz anders aus.

🧠 Das Problem liegt nicht immer bei der Betreuungskraft
Ein Mensch mit Demenz nimmt die Welt nicht so wahr wie ein gesunder Mensch.

Sein Gehirn verarbeitet Informationen anders.

Er kann vergessen, wer Sie sind.

Er versteht möglicherweise nicht, was Sie von ihm möchten.

Er kann das Gefühl haben, dass ihn jemand zu etwas Unangenehmem zwingt.

Stellen Sie sich vor, eine fremde Person kommt zu Ihnen und fordert Sie auf, sofort duschen zu gehen.

Wahrscheinlich würden auch Sie sich dagegen wehren.

Genau so kann sich ein Mensch mit Demenz fühlen.

🚿 „Ich will mich nicht waschen!“
Die Körperpflege gehört zu den häufigsten Konfliktsituationen.

Der Klient kann behaupten, dass er sich bereits gewaschen hat.

Er kann ärgerlich werden.

Er kann sich weigern, das Badezimmer zu betreten.

Oft hilft es, nicht zu diskutieren oder zu drängen.

Statt:

❌ „Sie müssen jetzt duschen gehen.“

versuchen Sie lieber:

✅ „Lassen Sie uns ein bisschen frisch machen.“

✅ „Lassen Sie uns Gesicht und Hände waschen.“

✅ „Ich habe ein frisches Handtuch für Sie vorbereitet.“

Schon eine kleine Veränderung der Formulierung kann manchmal Wunder wirken.

🍽️ Wenn der Klient nicht essen möchte
Auch das Essen kann zu Problemen führen.

Der Klient behauptet vielleicht, bereits gegessen zu haben.

Er kann glauben, dass man ihn vergiften möchte.

Oder er hat einfach vergessen, wofür Besteck verwendet wird.

Statt zu streiten, ist es oft besser, kleinere Portionen anzubieten, einfache Speisen zu servieren oder es später noch einmal zu versuchen.

Manchmal ist es sinnvoller, eine halbe Stunde zu warten, als einen zehnminütigen Streit zu führen.

💊 Wenn Medikamente abgelehnt werden
Bei Medikamenten ist die Situation besonders sensibel.

Man sollte den Klienten niemals täuschen oder Medikamente heimlich verabreichen, ohne dass Familie oder Arzt darüber informiert sind.

Wenn ein Klient seine Medikamente regelmäßig ablehnt, sollten die Angehörigen, die Agentur oder medizinisches Fachpersonal informiert werden.

Oft gibt es alternative Lösungen.

😠 Die Wut richtet sich nicht immer gegen Sie
Der Klient kann schreien.

Er kann unfreundlich sein.

Er kann Sie für Dinge beschuldigen, die Sie nie getan haben.

Das bedeutet jedoch nicht, dass er Sie hasst.

Demenz bringt häufig Angst, Unsicherheit und Verwirrung mit sich.

Der Mensch versteht nicht mehr, was um ihn herum geschieht.

Und genau diese Angst kann sich als Wut oder Ablehnung äußern.

💛 Manchmal ist es besser, einen Schritt zurückzutreten
Nicht jede Situation muss sofort gelöst werden.

Wenn der Klient Hilfe ablehnt und keine Gefahr besteht, hilft es oft, die Situation zu verlassen, das Thema zu wechseln und es später noch einmal zu versuchen.

Zehn Minuten später kann alles ganz anders aussehen.

Was eben noch unmöglich war, wird plötzlich akzeptiert.

🌷 Geduld ist oft wichtiger als Argumente
Bei Demenz gewinnt nicht derjenige, der recht hat.

Es gewinnt derjenige, der ruhig bleiben kann.

Der Klient muss nicht hören, dass er sich irrt.

Er muss sich sicher fühlen.

Und genau deshalb sind eine ruhige Stimme, ein freundliches Lächeln, Geduld und Respekt oft wirksamer als lange Erklärungen.

💛 Wenn ein Mensch mit Demenz Hilfe ablehnt, lehnt er nicht unbedingt Sie ab. Oft kämpft er einfach mit einer Welt, die er immer weniger versteht.

 

#demenz

 

Kategorien


Daheim Altern

Lofererstraße 14, 5760 Saalfelden

Korrespondenzadresse:

Franz-Martin-Straße 4A, 5020 Salzburg


E-mail:

office@daheimaltern.at


+43720880294

Facebook-Seite